Suspension of Disbelief

  • The term suspension of disbelief or willing suspension of disbelief has been defined as a willingness to suspend one's critical faculties and believe something surreal; sacrifice of realism and logic for the sake of enjoyment. [...]

    Suspension of disbelief is also supposed to be essential for the enjoyment of many films and television shows involving complex stunts, special effects, and seemingly unrealistic plots and characterizations.

    Eine Sache, die mir am Herzen liegt und mir in letzter Zeit häufiger auf Cons in einem semi-realistischen Setting auffällt ist, dass Dinge für meinen Geschmack zu ernst genommen werden, bzw. zu sehr "zerdacht" werden. Charaktere - und ganz insbesondere NSC und IT-SLs - tun gerne einmal Dinge, die völlig unlogisch, vielleicht eigentlich unmöglich, oder ab und an auch schlicht dumm sind, wenn man die Realität zugrunde legt. Das wird aber erst zu einem Problem, wenn man es auswalzt und es explizit zu bespielen versucht, statt über manche Dinge vielleicht einfach etwas großzügiger hinwegzusehen. Ich bin nicht allzu gut im Spinnen großer, allgemeingültiger Larp-Theorien und habe auch kein wahnsinniges Interesse daran, eine Wissenschaft daraus zu machen. Darum nur ein-zwei konkrete Einzelbeispiele, die mich persönlich betrafen oder die ich selbst so beobachten konnte.


    • Am Freitag waren wir als russische Angreifer unglaublich hart im Nehmen. Wir haben Unmengen Kugeln gefressen und sind einfach nicht umgefallen... stattdessen haben wir uns irgendwann einfach so nach Übermittlung der Nachricht wieder zurückgezogen.

      Was nun passierte: Es wurde lang und breit diskutiert, warum diese Angreifer anscheinend völlig unverwundbar sind. Ein paar der Theorien waren echt gut und brachten nachher diversen Leuten Spiel mit der Gefangenen - es sind Replikanten, sie haben Drogen intus, sie haben spezielle Naniten. An dem Punkt habe ich noch kein Problem, ganz im Gegenteil sogar.

      Aber ein Haufen Leute hörte einfach nicht damit auf, insbesondere gegenüber unseren EUFOR-Charakteren unglaublich penetrant immer und immer wieder darauf herumzureiten, wie völlig unzerstörbar diese Angreifer doch gewesen waren. Ich konnte hier irgendwann nur noch die Augen verdrehen und war verführt zu antworten "Ich habe deinen Wink mit dem Funkmast zur Kenntnis genommen, du kannst aufhören!"

      Jetzt könnte man sich OT doch aber auch einfach denken, warum die Angreifer so unzerstörbar sind... Es sind NSCs, die die Anweisung haben, am ersten von zwei Tagen einfach noch nicht groß umzufallen und bestimmte Plotziele voranzutreiben. Für diese NSC-Sache gibt es zwei Lösungen: Wellen-NSC, die immer andere Leute darstellen, oder eben NSC, die erst dann umfallen, wenn die SL-Vorgabe es sagt. Da wir Charaktere und nicht nur Masse sein sollten, war es letzteres.


    • Soames und Alexander haben diverse Dinge mehr oder weniger durchgehen lassen, auch wenn kein Vorgesetzter mit halbwegs intakten Moralvorstellungen das tun sollte... beispielsweise die Folter der Gefangenen nicht weiter zu verfolgen und sowohl Täter als auch Anstifter davonkommen zu lassen.

      Eigentlich müssten CO und XO sowas sofort im Keim ersticken, wenn sie etwas davon mitbekommen. Und so, wie beide Charaktere angelegt sind, würden sie das vermutlich auch tun. Warum tun sie das aber nicht? Klar, weil sie eben auch noch SLs sind und den SC ihre Spielmöglichkeit geben wollen. Es im Nachhinein hart zu verfolgen und zu bestrafen ist auch kaum möglich, den realistisch betrachet müssten Nyborg und die Marokkaner jetzt suspendiert werden und auf ihr Militärgerichtsverfahren warten.

      Wenn man so anfängt, kann sich aber am Ende kaum noch jemand trauen, irgendwas spannendes außerhalb der Norm zu tun, weil er damit seinen Charakter zu verlieren droht. Darum kann man auch nur die absoluten Extreme des Fehlverhaltens verfolgen. Das wissen wir auch alle... und darum finde ich es bedauerlich, wenn ein solches "Wegsehen aus OT-Gründen" den SL-Charakteren längerfristig angekreidet wird. Zumindest dann, wenn sie sich nicht hingestellt haben und deutlich zu erkennen gegeben haben "Hey, wir fanden diese Vorgehensweise völlig in Ordnung!"


    • Ein etwas anders gelagerter Punkt, der aber irgendwie trotzdem dazu gehört und mich MASSIV geärgert hat. Vor Sorokins erstem Funkspruch sind wir bis dahin bereits bekannten Russen-NSC im Abstand von ein-zwei Minuten aus dem Haus Richtung Bunker gelaufen. Das war natürlich ein Versuch, etwas unauffälliger als im großen Pulk zu verschwinden. Okay, es ist ein paar der Leute, von denen zu jeder Tages- und Nachtzeit sehr viele direkt vor dem einzigen Ausgang saßen, trotzdem aufgefallen. Einer von uns hörte dann den Kommentar "Ist die Theorie ja bestätigt, da läuft der nächste von ihnen." (oder sehr ähnlich).

      Och Leute, echt jetzt? Hey, wir alle merken als SC auf, wenn die NSC sich irgendwo zusammenrotten oder mit gekreuzten Armen vorbeilaufen. Aber das muss doch nun wirklich nicht sein. Es ist OT, es ist unnötig, und es macht auch noch die paar wenigen aufmerksam, die es vielleicht doch nicht bemerkt haben. Statt einer anders geplanten Szene kam dann aus anderen Gründen spontan doch ein Funkspruch, und ich war froh drüber, einfach wieder mit den beiden Replikanten demonstrativ zurücklaufen zu können. Bitte, bitte, bitte - versucht doch, sowas zu übersehen oder zumindest nicht noch zu kommentieren. Schaut weg, spielt blind, geht weiter eurer IT-Tätigkeit nach.


    Im Endeffekt ist das beides ein wenig, wie wenn auf Fantasylarps ein Auto vorbeifährt und fünf Leute rufen "OH, ein DRACHE!", statt das Auto einfach unkommentiert vorbeifahren zu lassen. Natürlich sage ich nicht, dass solche Dinge nun - wie das Auto - einfach völlig ignoriert werden sollen. Es ist absolut okay, Theorien zur Beinahe-Unverwundbarkeit der Russen zu spinnen, die sehr gut in die Welt passen oder auch Soames/Alexander darauf anzusprechen, warum sie nicht härter gegen diesen Menschenrechtsverstoß vorgehen. Ich würde mir da teilweise nur etwas mehr Maß wünschen und ab und an etwas mehr Bereitschaft, solche offensichtlich OT-Gründen geschuldete Unmöglichkeiten, Dummheiten oder Blindheit hinzunehmen... und vielleicht ab und an auch selbst etwas doofer und blinder zu sein, als man es eigentlich wäre :)

    “But I don’t want to go among mad people,” Alice remarked.
    “Oh, you can’t help that,” said the Cat: “we’re all mad here. I’m mad. You’re mad.”
    “How do you know I’m mad?” said Alice.
    “You must be,” said the Cat, “or you wouldn’t have come here.”

  • och du....für uns 9er war der Unglaube nicht getroffen zu haben schlicht it Konsequzent deswegen waren wir da penetrant wen alle samt geübte (ot und IT)Schützen auf die Distanz danben schießen XD

    OT ok und nachvollziehbar, hat den Feind dann aber auch auf ein anderes Lvl Gestellt. ^^-

  • Ich kann leider nur ein Mal "Gefällt mir" drücken auch wenn ich es gerne 10001 Mal tun würde.


    Mir ist das auf dem Con auch mehrfalls aufgefallen und aufgestoßen. Bei der Sache mit dem "NSC Umfallen" kam ich damit zum ersten Mal eben in der Sickbay in Berührung wo eben die Verletzten aus dem Gefecht aufliefen. Mein IT Kommentar dazu war genau das, was Du schriebst "Vielleicht sind es Replikanten oder sie sind entsprechend medikamentiert. Ich kann das bei Ihnen auch machen - nur das wollen Sie nicht". Ich hab dann später nur mal kurz im Nebensatz OT Patrick angesprochen, dass es ein Thema bei den SCs ist einfach nur, damit auch die "andere Seite" quasi Bescheid weiß, dass es da auch OT einige Missstimmungen gibt und damit war das Thema für mich IT wie OT durch.


    Genau so bei der Folter. Wobei da halt auch reinspielt, dass der moralische Compass meines Charakter etwas nun ja... sich umstellt. ;) Wie Du weißt, kniete ich spontan in Wasser und Blut, war IT schockiert bei den Verletzungen und der Feststellung "Ok well shit, das ist Folter". Sehr kurz danach habe ich IT eine entsprechende Rückmeldung bekommen, die das Thema dann für mich auch beendet hatte IT.


    Es ist auch in meinen Augen, wie Du sagst, eben nötig, dass NSCs und SL-Charaktere eben solche Entscheidungen treffen oder Dinge durchgehen lassen etc.pp. Darüber hinaus, wie ich schon im Feedback-Thread schrieb, stört mich dieses Denken "Wir sind die Guten, das sind die Bösen". Es sind alles Menschen und Menschen sind nun mal kacke, besonders in entsprechenden krassen Situationen, in denen sich unsere Charaktere befinden. Und ich wette, dass auch hier und heute in der Realität viiiiele Militärs mit Macht sehr unmoralische Entscheidungen treffen, um ein Ziel voran zu bringen. Ganz ab von der Diskussion von wegen Menschen töten etc.pp. die ich hier um Gottes Willen jetzt nicht anstoßen will. *hust* Aber Ihr wisst was ich meine. Ich finde es absolut realistisch, dass ein Nyborg die Entscheidung getroffen hat, dass die Marokkaner mit dem Hintergrund es entsprechend... sagen wir mal enthusiastisch umgesetzt haben und das dies auch keine Konsequenzen für sie hatte, so lang es das Projekt nicht gefährdete, sondern das Gegenteil passiert ist.



    Und ganz davon ab: Ohne Suspension of disbelief würde die ganze Sickbay nicht funktionieren. ;) Aber bis auf wenige Ausnahmen sind damit echt alle sehr cool umgegangen und haben einfach akzeptiert, dass das, was wir ihnen vorsetzen mit kurzer Erklärung, sicher der letzte Schrei der Medizin in 2118 ist. ;)

    Moi, j'veux crever la main sur le cœur.

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  • Dann will ich jetzt doch noch mal etwas ausholen da ich das nicht so ganz auf mich/uns sitzen lassen will.


    Wir waren als Trupp draußen als wir die Angreifer bemerkt haben, Ja wir haben zu erst geschossen nachdem auf mehrfache warnung keine Reaktion in eine Deeskalierende richtung vorhanden war (ist ja auch legitim wen ein NSC einen Auftrag hat) wen jetzt aus einem 3 Mann Trupp 2 Mann schwer verwundet werden nachdem sie im Feuerkampf Kontra gegeben haben und mit sehr oherwahrscheinlichkeit auch treffer gelandet haben da es sich dabei um erfahrene Schützen Handelt Ot wie IT, da sie schlicht Präzschützen Darstellen, dann finde ich das durchaus legitim zu hinterfragen was an diesem Einsatz so krotesk falsch gelaufen ist das 2 Leute Verwundet wurden wärend eben jener Trupp keinen Einzigen Abschuss geschafft hat.


    Zum einen Hat das Etwas mit dem IT Folgen des Einsatz zu tun, nämlich dann wen sich z.b ein TF gedanken darüber macht was man hätte anders tun können , wie das gerade überhaupt passieren konnte und was beim nächsten mal anders laufen muss.....wir hatten für uns ebenfalls eine Nachbesprechung in der zu Wort kam ob es von unserer seite aus überhaupt richtig war diese Leute vor dem Gebrauch der Waffe anzusprechen ? wir haben uns gefragt ob dieses Szenario für uns überhaupt zu beweltigen war, wir haben das Selbstkritisch mit evtl aber eher NEIN beantwortet da unabhängig davon ob einer Umgefallen ist oder nicht , ein 3 Mann Trupp in unserer Aufstellung einem 5 oder 6 Mann Trupp mit sturmgewehren auf die distanz schlicht unterlegen ist....das haben wir auch mit 80% Ausfall honoriert.


    wen dann jemand mitbekommt das seine Kameraden Schwer verwundet sind obwohl er im Gefecht eigentlich einen guten EIndruck gemacht hat UND er sich dann als IT sehr erfahrener SChütze sich in der Basis von anderen SCs und NSCs anhören darf "ihr 9er Trefft halt nix" dann ist das meiner auffassung nach durchaus Konsequent wen einen dieses Ereignis IT schlicht unverständlich erscheint und dieses dann um es irgendwie IT verarbeiten zu können immer und immer wieder durch geht BIS und darüber hab ich mich sehr gefreut, jemand die sache mit den Drogen und Replikanten ins spiel gebracht hatte, da wir das IT aufnehmen konnten und in unsere Einsatznachbereitung plausiebel unterbringen können.


    Ich verdreh auch nicht die Augen wen ein Arzt über eine längere zeit Depressiev wirkt weil ihm gerade auf dem OP Tisch jemand unter den Händen weg gestorben ist.....dann gehört es schlicht zur Plausieblen darstellung das ihn das Belastet.


    So wie es ein eingespieltes SCharfschützen Team belastet wen sie auf 5-10m keine Wirkung im Ziel haben und das halbe Team dabei fast drauf geht......wir hatten einige Ausfälle uns selbst lag ich auch mindestens 1h irgendwo rum.


    bitte auch mal denanderen Standpunkt betrachten.

  • Ich glaube, dass es Cait gar nicht um spezielle Szenen und Dinge ging, sondern generell um den Wunsch, bestimmte "Tatsachen" innerhalb der Weltlogik einfach zu akzeptieren. Natürlich ist es für ein Scharfschützenteam sowohl IT als auch OT frustrierend, wenn ihre Aktionen nicht die gewünschte Wirkung entfalten.

    Hier tritt dann aber genau das in Kraft, was schon woanders geschrieben wurde: Wir machen LARP und keine Simulation. Bei LARP passt sich die "Realität" den Notwendigkeiten an. Wenn NSCs Plot-Armor haben, dann ist das so. Als Charakter akzeptiere ich das. Mein Stand war: Die haben ne krasse neue Rüstung oder sowas - Thema erledigt. Ich finde das super, dass ihr das IT weiterverarbeitet habt, und ggf. IT eure Konsquenzen daraus zieht. Letztendlich ist für euch daraus ja dann Spiel entstanden, somit war dies doch ein Spielangebot, welches ihr aufgenommen habt.

    Für alles, was im Spiel geschieht bedarf es doch immer ein gewisses Maß an Fantasie und Akzeptanz, das bestimmte Dinge halt so sind wie sie sind. Das Quarantänebehälter war ein Mülleimer. Ich weiß das. Für Maliki ist das ein Quarantänebehälter. Wie gesagt: Keine Simulation, sondern LARP.


    Das OT Notwendigkeiten wie das Durchschleusen von NSCs nicht einfach ignoriert werden finde ich doof. Da gibt's keine hübsche Formulierung, das ist einfach unnötig und doof. Letztendlich stört man doch nicht nur sein eigenes Spiel, sondern auch das von Umstehenden. Ich persönlich spiele da nach der SKA Regel. Sei kein Arsch. Wenn ich NSCs OT durchs Gelände wanders sehe, dann schau ich halt weg. Thema erledigt. Das war schon vor 20 Jahren im LARP so, das sollte heute nicht anders sein.

  • Christian: Da kann ich nur auf das Bezug nehmen, was ich eingangs geschrieben habe.


    Es geht mir mitnichten darum, dass Dinge wie sehr schwer auszuschaltende Gegner gänzlich ignoriert werden sollen und dass man sich überhaupt nicht IT damit befassen soll. Im Rahmen des Spiels sinnvolle Theorien / eine sinnvolle Befassung damit ist völlig in Ordnung und die möchte ich niemandem verwehren. Was mich störte war in erster Linie, dass darauf vielfach unnötig und wenig spielfördernd rumgeritten wurde.


    Wenn sich die 9er Gedanken darum machen, warum sie scheinbar nicht getroffen haben, oder was sie beim nächsten Angriff taktisch besser machen können, dann ist das sinnvolles Spiel, das ggf. auch Impulse für andere generieren kann... wenn der frustrierte Scharfschütze, der sich nichtmal betrinken darf, abends bei den Projektkollegen jammert, dann können Leute darauf eingehen. In einer Nachbesprechung totales Entsetzen darüber, dass die Angreifer scheinbar alles einfach so wegstecken? Na klar, gerne doch! Darauf können Vorgesetzte eingehen und nachfragen 'Was braucht ihr das nächste Mal noch von uns?' und so weiter.


    Ebenfalls ist mit meinem Text keinerlei Vorwurf dahingehend verbunden, dass SC nicht verletzt umgefallen wären, oder ähnliches. Es hat zwar bei manchen auch sehr lange gedauert, aber... so what, man spürt nicht jeden Treffer und im Eifer des Gefechts rennt der Charakter auf Adrenalin vielleicht auch einfach weiter, obwohl er es nicht mehr könnte, und kippt danach dann erst recht um.


    Nebenbei hätte ich als Gefangene jedem, der gefragt hätte, auch (einigermaßen) schlüssig erklären können, wie es dazu kommt, dass wir so übertrieben zäh sind. Ihr habt bei mir übrigens sogar zwei Autoinjektoren mit den Kampfdrogen/-naniten gefunden und sie mir abgenommen. Keine Ahnung, was dann damit gemacht wurde, oder ob irgendwer außer Dr. Roth sich damit befasst hat, dass mein Drogentest SEHR positiv ausfiel. Nachdem diese Unverwundbarkeit ziemlich groß Thema war, haben wir uns nämlich eine IT-Erklärung gebastelt, weil die schlichte OT-Erklärung ja nicht ganz auszureichen schien. Mir gefiel diese Erklärung auch gut, ich hätte sie gerne jemandem gegeben ;)


    €: Dankeschön, Phil... genau das wollte ich mit meinen Beispielen ausdrücken^^

    “But I don’t want to go among mad people,” Alice remarked.
    “Oh, you can’t help that,” said the Cat: “we’re all mad here. I’m mad. You’re mad.”
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    “You must be,” said the Cat, “or you wouldn’t have come here.”

  • Ein Thema habe ich am Tisch mitbekommen, was mir als SL unangenehm war. Nämlich die Frage, warum die Russen Dogtags und russische Kennzeichen hatten. Natürlich wäre es in der realen Welt total unlogisch. Auf der Krim waren/sind die Russen auch nicht gekennzeichnet ;)

    Im Larp haben wir aber folgendes Dilemma: was in Serien super funktioniert, nämlich das der Zuschauer als allwissender Zuschauer jeden Verrat, jedes doppelte Spiel erkennt, weil er alle Seiten sieht, haben wir im Larp nicht. Deshalb müssen wir "unlogische" Dinge tun, damit der Spieler Hinweise bekommt, dass etwas nicht stimmt. Deshalb hatten die Russen Dogtags und einen russischen Akzent.

    Würden wir alles komplett OT-Logisch aufbauen, wäre es die langweiligste Con ever ;)
    Denkt einfach mehr in cineastischen Maßstäben, weniger in OT-Dimensionen :)

    "Meinen Sie, dass es wirklich sicher ist diesen Planeten/diese Ruine/Raumstation/beliebigen anderen Ort zu besuchen?"
    "Nur weil wir bei den ersten hundert Mal immer einen drauf bekommen haben? Klar! Jetzt wird es sicher klappen."

    ...jede einzelne Star Trek, Stargate und Dr.Who Folge ;)

  • Ihr habt bei mir übrigens sogar zwei Autoinjektoren mit den Kampfdrogen/-naniten gefunden und sie mir abgenommen. Keine Ahnung, was dann damit gemacht wurde, oder ob irgendwer außer Dr. Roth sich damit befasst hat, dass mein Drogentest SEHR positiv ausfiel.


    :huh: Verdammt! Wieso hatte ich das nicht auf meinem Schreibtisch? Oh Beeeernhard! Wo ist das Formular, was ich zur Einsicht ausfüllen muss? ^^

  • Ihr habt bei mir übrigens sogar zwei Autoinjektoren mit den Kampfdrogen/-naniten gefunden und sie mir abgenommen. Keine Ahnung, was dann damit gemacht wurde, oder ob irgendwer außer Dr. Roth sich damit befasst hat, dass mein Drogentest SEHR positiv ausfiel.

    Boah! Ich glaube, diese Röhrchen hatten zig Leute in der Hand und ich fragte mich IT echt die ganze Zeit, was das ist :D

  • Soames und Alexander haben diverse Dinge mehr oder weniger durchgehen lassen, auch wenn kein Vorgesetzter mit halbwegs intakten Moralvorstellungen das tun sollte... beispielsweise die Folter der Gefangenen nicht weiter zu verfolgen und sowohl Täter als auch Anstifter davonkommen zu lassen.

    Eigentlich müssten CO und XO sowas sofort im Keim ersticken, wenn sie etwas davon mitbekommen. Und so, wie beide Charaktere angelegt sind, würden sie das vermutlich auch tun. Warum tun sie das aber nicht? Klar, weil sie eben auch noch SLs sind und den SC ihre Spielmöglichkeit geben wollen. Es im Nachhinein hart zu verfolgen und zu bestrafen ist auch kaum möglich, den realistisch betrachet müssten Nyborg und die Marokkaner jetzt suspendiert werden und auf ihr Militärgerichtsverfahren warten.

    Dieser Passus gefällt mir ehrlich gesagt nicht so sehr, weil er die Spielrealität aus dem Off deutet und eine Realität definiert und "die drei Schuldigen" präsentiert, obwohl die Hälfte der Spieler bisher nicht einmal wusste, dass sich Nyborg weniger als 50 Meter von der Szene entfernt aufhielt und umgekehrt mehrere Beteiligte auslässt, die ebenfalls - nöglicherweise vorrangig - verantwortlich waren. Ich hätte überhaupt kein Problem mit einem ausgespielten Gerichtsverfahren. Aber durch diese OT-Deutung nimmst Du teile davon vorweg. Jetzt ist nämlich OT in der Spielerschaft ein bestimmtes Bild entstanden, dass IT aus guten Gründen nicht entstanden war. Ich kann Dir nur sagen: Aus meiner Perspektive (IT wie OT) komme ich zu einer anderen Interpretation und es gibt sehr sehr gute IT-Gründe, warum das nicht passiert ist. Du machst da also in letzter Konsequenz gerade das, was Du selbst kritisierst, nämlich deine subjektive OT-Gefühlslage über die Immersion zu stellen. Ich finde das sehr schade.

  • Ich hätte überhaupt kein Problem mit einem ausgespielten Gerichtsverfahren.

    Ich schon. Ich habe noch nie eine glaubwürdige Darstellung eines LARP Gerichtsverfahrens erlebt, lasse mich aber gern eines besseren belehren.

    Bisher waren die alle immer nur langweilig für alle Anwesenden und in der Konsquenz überflüssig... Gerne im Off "bespielen" und das Ergebnis mitteilen, aber so komplett ausspielen. Mh. Naja.

  • Dieser Passus gefällt mir ehrlich gesagt nicht so sehr, weil er die Spielrealität aus dem Off deutet und eine Realität definiert und "die drei Schuldigen" präsentiert, obwohl die Hälfte der Spieler bisher nicht einmal wusste, dass sich Nyborg weniger als 50 Meter von der Szene entfernt aufhielt und umgekehrt mehrere Beteiligte auslässt, die ebenfalls - nöglicherweise vorrangig - verantwortlich waren. Ich hätte überhaupt kein Problem mit einem ausgespielten Gerichtsverfahren. Aber durch diese OT-Deutung nimmst Du teile davon vorweg. Jetzt ist nämlich OT in der Spielerschaft ein bestimmtes Bild entstanden, dass IT aus guten Gründen nicht entstanden war. Ich kann Dir nur sagen: Aus meiner Perspektive (IT wie OT) komme ich zu einer anderen Interpretation und es gibt sehr sehr gute IT-Gründe, warum das nicht passiert ist. Du machst da also in letzter Konsequenz gerade das, was Du selbst kritisierst, nämlich deine subjektive OT-Gefühlslage über die Immersion zu stellen. Ich finde das sehr schade.

    Die genannten Beteiligten wurden von einer solchen Anzahl Leute IT wie OT in meinem Umfeld diskutiert, dass ich das für allgemeines Wissen hielt, über das ohnehin jeder verfügt... diejenigen, von denen ich nur sehr am Rande gehört habe, habe ich darum auch ausgelassen. Überhaupt Namen bzw. problemlos zuordenbare Bezeichnungen zu nennen, war aber vermutlich trotzdem sehr ungeschickt. Entschuldige dafür.

    Mir ist nicht entgangen, dass es auch einige an vielen Stellen ausführlich ausgespielte weitere Aktionen im Zusammenhang damit gab. Auf der anderen Seite bekam ich aber eben auch mehrfach mit, wie Soames und Alexander hier diese Geschichte vorgeworfen wurde, gegen die sie schlicht auch aus OT-Gründen nichts tun konnten/wollten, und weshalb auch schon in OT-Gesprächen Soames Eignung für den Posten als Kommandeur angezweifelt wurde. Das finde ich einfach sehr schade, weil es für eine IT-SL immer wieder nötig sein wird, auch mal wegzusehen oder 'dumm' zu sein. Wenn man über dergleichen nicht immer einmal wieder recht großflächig weggeht oder es ggf. auch gern IT wegerklärt, sehe ich einfach die Gefahr, dass solche SLs in Rolle ihren Charakter nur noch schwer oder schlimmstenfalls nicht mehr spielen können.


    Und selbstverständlich sind das alles sehr subjektive Wahrnehmungen meinerseits, das steht bereits im Eingangspost.

    “But I don’t want to go among mad people,” Alice remarked.
    “Oh, you can’t help that,” said the Cat: “we’re all mad here. I’m mad. You’re mad.”
    “How do you know I’m mad?” said Alice.
    “You must be,” said the Cat, “or you wouldn’t have come here.”

  • Das finde ich einfach sehr schade, weil es für eine IT-SL immer wieder nötig sein wird, auch mal wegzusehen oder 'dumm' zu sein. Wenn man über dergleichen nicht immer einmal wieder recht großflächig weggeht oder es ggf. auch gern IT wegerklärt, sehe ich einfach die Gefahr, dass solche SLs in Rolle ihren Charakter nur noch schwer oder schlimmstenfalls nicht mehr spielen können.

    :!::!::!:


    Da muss ich doch nochmal Ausrufezeichen hinklatschen statt nur ein "Like" dazu lassen.

    So schön Hierarchie-Spiel, auch kritischer Natur, im Larp auch ist, desto mehr darf nicht unterschätzt werden rein OT wie negativ die Auswirkungen auf das ganze Funktionieren eines Larps sind, wenn wirklich Führungswechsel aufgezwungen werden (also ohne Absicht seitens der SL, die diesen triggert).

    Man darf als Spieler da bitte niemals vergessen, wie relevant solche Rollen in SL-Hand sind, um Stabilität zu bieten und zwar als Bühne für das restliche Chaos, ein Fundament. Wenn das wegbricht fehlt auch die "Tanzfläche" für alles weitere und das kann ganz massive sehr negative Folgen für die Dynamik eines Larps haben, so dass da so ein Chaos und so eine unsichere Struktur ist, dass alles nur noch wie kopflose Hühner durcheinander läuft und eben die stabile Bühne für alles fehlt.


    Ebenso darf man nicht vergessen, dass eine SL-Führung eben wie Cait schreibt teilweise weggucken MUSS, weil man schon rein OT nicht ständig Charaktere rauswerfen kann, vor ein Gericht setzen kann oder umbringen kann. Außerdem sind das eh meist die Varianten, die eben kein Spiel liefern, sondern im Endeffekt nur Spiel töten und dann auch im Zweifel keine schöne Charakterdynamik in der Gruppe aufkommen kann weil ständig Charakterwechsel stattfinden. Verurteilungen, Rauswurf und Tod sollten in meinen Augen immer nur die allerletzten Möglichkeiten sein.


    Und auch ein wichtiger Punkt ist: Es sind alles nur Menschen. Die machen Fehler. Ob nun die Führung oder jemand anderes. Ohne Fehler wäre ein Larp auch super langweilig. Das ist wie der Punkt, dass das beste Geheimnis im Larp nur das ist, wo dafür Sorge getragen wird, dass es rauskommt.


    Mich nervt diese Einstellung von Führungspersonen dürfen keine Fehler machen oder ansonsten muss man sie gleich in Frage stellen oder das geheime Elite-EU-Projekt muss eine super reine Weste haben. Wo ist denn da das Spiel? Dann können wir uns alle weiße Westen anziehen und uns bei einem grünen Tee gemeinsam in den Stuhlkreis setzen und nix wird passieren.



    EDIT: Äh ja, sorry für den harten Ton. Ich meine das nicht so hart. *räusper* :S

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    2 Mal editiert, zuletzt von Golli ()

  • Ich möchte bei dieser Diskussion zu bedenken geben, dass es einige Spieler gibt, die mit ihren Charakteren an die Grenzen gehen gerade weil sie eine Konsequenz wollen. Gibt es keine (die muss ja nicht realistisch sein) gehen sie das nächste Mal wegen der gewünschten Konsequenz einen Schritt weiter, etc.

    Es sollte in meinen Augen für solche Grenzsituationen immer eine Konsequenz geben. Gerade wenn man Konfliktspiel haben möchte. Die Auswahl der Konsequenz/Bestrafung sollte nur weise und spielfördernd gewählt werden.

  • @Krishan ich glaube, das steht auch bei keinem der Diskutierenden infrage. Es ging um die Frage, ob man nicht Dich großzügiger bestimmte OT-Notwendigkeiten „übersieht“ oder im Blick haben kann, dass wir eben keine Netflix-Serie sind, sondern ein LARP, das andere Erzählwrge braucht, um zu funktionieren.


    Als SL/Orga nehmen wir den Wunsch nach solchen Grenzen auf, haben ihn während der letzten Con auch ins Spiel gebracht und werden die Entwicklungen dieser Con auch wieder aufgreifen.

  • Gerade was Krischan sagt, steht da bei mir eben auch im Vordergrund. Spieler wollen durchaus Konsequenzen. Ich hätte da auch gerne Konsequenzen im Spiel gesehen. Was ich aber überhaupt nicht mag ist, dass eben im Nachhinein Interpretation statt findet von Folgen, die hätten eintreten müssen, wenn andere Spieler denn konsequent gewesen wären. Entweder hat ein Charakter auf dem Con eine schriftliche Beschwerde eingereicht oder nicht. (Mündliche Meldungen des Vorfalls gab es, für die ich auch dankbar bin, aber eben offenbar keine schriftliche Anzeige oder ähnlich verbindliche Aktion.) Umgekehrt bin ich Zeuge von aktiven Vertuschungsaktionen geworden. Warum haben weder Soames, Arndt, Alexander, O’Neill, Sosabowski noch Nyborg in dieser Sache irgendwen verhaften lassen? Weil es niemand gab, der/die das durchgesetzt hat. Das lag vorrangig daran, wie Spieler gespielt haben. Und nicht daran, dass Soames angeblich zu weich sei. Ein „eigentlich“ hätte sich XY anders verhalten müssen, lasse ich nicht gelten. Denn diese Charaktere steuern auch nur mit den Anweisungen und Befehlen auf Grundlage von Spielerhandlungen und Setting. Wir hatten vor Ort ca. fünf Charaktere, die von Berufs wegen hätten ermitteln müssen und die es nicht haben, bzw. keine Konsequenzen gezogen haben.


    Was ich nicht akzeptiere ist, dass jetzt im Off enthüllt wird, wer es „wirklich“ war und dann zum dritten 2ndC plötzlich alle der Meinung sind, dass es genau diese Leute waren. Das hätte im Spiel geklärt werden können.

  • Nur kurz wegen der letzten Anmerkung: Ich hatte nicht gedacht, so wie Cait, dass es IT noch irgendein Geheimnis darstellt, da es IT von sehr vielen Seiten ausgesprochen wurde. Ich nahm an, dass es jetzt quasi zum "Allgemeinwissen" gehört (schon während des Con-Verlaufs) und es eben je nach Charaktereinstellung thematisiert wird oder eben nicht wird. Ich hatte es IT recht zeitnah mitbekommen wie das wohl von statten gegangen sein musste, hatte dann wie beschrieben eine kleine IT Reaktion die ausschlaggebend dafür war, dass das Thema für Montpellier erledigt ist, aber begegnete dem Thema inkl. klar ausgesprochenen Namen mehrfach von den unterschiedlichsten Personen wo sich eben einige darüber aufgeregt haben und andere wiederum es begrüßt haben. Wodurch ich jetzt einfach dachte IT wie OT "Hui ok das hat also schnell die Runde gemacht".

    Mir war gar nicht bewusst, dass das so OT Wellen geschlagen hat offensichtlich. Ich fand es einen absolut großartigen Spielhergang und hab sehr gefeiert.