Blog-Artikel

    "Auf dem Hunt-Lenox Globus, der zu den ältesten noch erhaltenen Globen gehört und in die Zeit der Jahre 1503 bis 1510 datiert wird, ist die Formulierung HC SVNT DRACONES - Hier sind Drachen - für die Gebiete östlich von Asien belegt."

    - Marinehistorie



    Er hatte Urlaub genommen. Kurz. Nur ein paar Tage. Persönliche Angelegenheiten.


    In der Aussicht auf das was kommt war es sein fester Entschluss noch einmal das Ferienhaus der Familie in den Außenfjorden Tromsø's zu besuchen. Früher, als Kind, war das hier die Große Weite. Auch wenn der Klimawandel Einzug gehalten hatte war es hier nördlich des Polarkreises eine Welt für sich.

    Als Kind hatte er hier Orcas gesehen, aber es waren vielleicht die letzten einer aussterbenden Art. Wie der Mensch auch.


    Wenige Tage hier im Eis, lange genug um dem Ritus seiner alten Einheit zu folgen. Papiere richten, da man nie wusste was die nächste Mission bringt. Eine einzelne verschlüsselte Nachricht, oder das Ausbleiben Selbiger über einen bestimmten

    Weiterlesen

    Das European Forces Medical Center Southern Europe, oder kurz EUFORMEDSOUTH, lag so weit außerhalb von Marseille, dass es nur einem Werber einfallen konnte, es dieser Stadt zuzuordnen. Zynischere Menschen hätten angemerkt, dass die EUFOR hier alle diejenigen versteckte, die mit der Posterglanzwelt der Rekrutierungsplakate nichts zutun hatten. Die Realisten unter den Stabsoffizieren hätten das bestätigt.


    Fakt war, dass der Wehrdienst zwar populär war und die Armee einen guten Ruf genoss, sich aber niemand so gerne um die Konsequenzen Gedanken machte. Es passte einfach nicht in die moderne Welt, verwundete, entstellte Soldaten zu zeigen, oder gar die Zinksärge in denen diejenigen nach Hause gebracht wurden, die alles gegeben hatten. Das Gros der Europäer blendete einfach aus, dass am Ende des Tages Kriege und Konflikte ihren Preis einforderten, auch in Zeiten von Drohnen und Replikanten. Das Ergebnis war, dass die EUFOR sehr viel Geld für ihre medizinischen Einrichtungen ausgaben und

    Weiterlesen

    Wir schreiben den 08.08.2118,


    Fast einen Monat ist es nun her, das ich an diesen Standort versetzt wurde. Die ersten Tage vergangen wie im Flug und die Ereignisse die in den ersten 3 Tagen passierten waren schier unglaublich. Dann kam der 15.07. und das Leben im Stützpunkt wurde ein anderes. Nachdem größtenteils die Wissenschaftler und große Teile des Militärs in "nennen wir es mal Urlaub" gefahren sind, ist nur noch ein kleines Kontingent an Soldaten vor Ort.


    Seid dem beginnt jeden Tag aufs neue der alltägliche Ablauf.


    0600 Dienstbeginn

    1800 Dienstschluss


    Und jeden Tag das gleiche.


    Schießübungen auf der Schießbahn.

    Patrouille laufen über das Gelände des Stützpunktes.

    Nervige Reporter und Zivilsten verscheuchen.


    Ich hoffe das es bald mal wieder rund geht auf dem Stützpunkt. Irgendwie vermisse ich ja die Wissenschaftler und die Zivilen Angestellten. Da war wenigstens was los.

    Nun ja was soll man machen. Noch 19 Wochen dann geht es endlich in den verdienten Urlaub. Dann kann ich

    Weiterlesen

    Es war ein kühler Morgen in der Stadt Delft. Die Sonne stieg soeben auf und tauchte die Landschaft in warme Orangetöne. Am Fluss, der sich durch die Stadt schlängelte, lief Jone ihre morgendliche Runde. Sie ist übers Wochenende zu Besuch bei ihren Eltern.

    Im rechten Ohr ein kleines Headset, worüber Musik, zu ihrer Motivation, abgespielt wird. Ihr Blick ist streng geradeaus gerichtet, gedankenverloren denkt sie über die Geschehnisse vom letzten Wochenende nach und lässt die Ereignisse noch einmal Revue passieren.


    Wie sie dort auf der Bank saß, Staff Sergeant Robertsen Gesellschaft leistete und die ankommenden Teilnehmer beobachtete. Sie musterte jeden einzelnen und machte sich, mit ihrer überdimensionalen Brille auf der Nase, kurze Notizen über Auffälligkeiten oder Besonderheiten.

    Jone schüttelte ihren Kopf und grinste als sie sich weiter daran erinnerte.

    Besonders als sie daran dachte wie sie von Colonel Soames in ihr Büro zitiert wurde und den Befehl erhielt als Adjutantin des

    Weiterlesen

    Die Zeit zwischen den Schritten dehnte und stauchte sich wie in der Sonne zähflüssig gewordenes Kaugummi. Der Asphalt verschwamm unter brennendem Schweiß in den Augen zu wirrem, aschfarbenem Dunst. Die Stimmen der Kameradinnen und Kameraden wurden lauter, leiser, lauter, leiser, wie das ferne Licht eines Leuchtturms. Der eigene Körper fühlte sich an wie ein unförmiger Brei aus Erschöpfung und Schmerz. Und eben jener Brei torkelte nun Schritt um Schritt vorwärts, den anderen hinterher; bereits jetzt zu langsam, um noch als zugehörig durchzugehen, aber immerhin noch in Bewegung. "Nur durchhalten." dachte sich Milan. "Durchhalten!" Er versuchte, die Zähne zusammenzubeißen, aber sein hechelnder Atem legte ein keuchendes Veto ein und verabschiedete sich weiter gen Hyperventilation. Er würde nicht durchhalten. Wieder einmal.


    "Und das purple heart für unseren Veteran im Kampf gegen den übermächtigen Feind, der finsteren Armee von Asphalton geht an ..." Frič legte eine Kunstpause ein

    Weiterlesen

    I say that nothing can frighten me.
    I say, alas, that I respond to myself;
    But I play the part of the courageous one in vain...




    "Salut, maman."

    "Ah, Suzanne. Schön, dass Du Dich meldest. Ich sehe, Du bist wieder daheim. Wie war's in Berlin?"

    Suzanne lächelte ihre Mutter an während sie selbst es sich auf ihrem Sofa mit einem Glas Wein gemütlich machte. Auch wenn es bereits spät am Abend war sah ihre Mutter wie stets aus als käme sie gerade aus dem Bad und hätte sich frisch gemacht, die Kleidung sowie das Make-Up saßen tadellos.

    "Sehr schön. Es war mal wieder gut aus Paris rauszukommen." Suzanne versuchte sich an dem nichtssagendsten Lächeln, dessen sie fähig war.

    "Das ist schön zu hören, Spätzchen."

    "Wo ist Papa?"

    "Der ist in der Klinik. Was erwartest Du?" Ihre Mutter schmunzelte und Suzanne schmunzelte mit. Auch wenn ihr Vater theoretisch pensioniert war hielt ihn das als renommierten Gefäßchirurgen nicht davon ab täglich in die Klinik zu fahren und den jüngeren Kollegen

    Weiterlesen

    Stille kehrte ein in dem kargen Raum tief unter der Erde.
    Hier soll nun also großes entstehen, quasi das Überleben der Menschheit sichergestellt werden. Tareq schauderte kurz. Sicherlich die Kälte. Es lag viel Arbeit vor allen Beteiligten des Projekts.

    Lange betrachtete er eines der herabgerissenen Poster. Northen Lights. Was war damals geschehen? Hatten sie es wirklich geschafft, Proxima Centauri bereits vor vier Jahren zu erreichen? Oder war alles eine Simulation, wie dieser Captain Nyborg glaubte. Beides auf eine Art plausibel, und die Datenlage war zu schwach, um irgendwelche endgültigen Schlüsse zu ziehen. Wenn sie wirklich dort waren, wären die Daten, die sie zurück zur Erde gesandt hatten von unschätzbarem Wert für ihre Mission. Wo waren diese Daten?

    Er legte das Poster zur Seite und holte sein braunes, in echtes Leder gebundenes Notizbuch hervor. Ein bisschen Luxus musste auch hier erhalten werden, und seien es nur die kleinen Dinge. Replikantenkopien. Susan Dicks. Modell

    Weiterlesen

    Ah!... Laßt uns genießen ... die Gläser,

    Die Gläser und der Gesang,

    Und Lachen verschönere die Nacht.

    Hier an diesem glücklich-heiteren Ort

    Soll der neue Tag uns finden.



    Paris, 15. Juli 2118, 20:05


    Irgendetwas ließ Suzanne aufschrecken. Merde, sie hatte sich doch nur einmal kurz auf ihr Bett gesetzt, nachdem sie alles Gepäck zurück in ihre Wohnung geschafft hatte und war offensichtlich direkt eingeschlafen. Stöhnend rappelte sie sich mit schmerzenden Gliedern auf als sie erneut zusammen zuckte. Dieses Mal realisierte sie, dass es der Türsummer war. Es dauerte nur eine Sekunde bevor die spontane Ausschnüttung von Adrenalin die bleiernde Müdigkeit in ihrem Körper gewaltsam übertünchte und ihr Herz hart und schnell anfing zu schlagen.

    "Putain de merde..." fluchte sie als sie sich in den Stand begab und ihre Muskeln rebellierten und mit Anspannung in den Gliedern zur Tür ging. Wer zur Hölle kam an einem Sonntag um diese Uhrzeit zu ihr? Die Worte des Mittags hallten ihr noch durch

    Weiterlesen

    *Error* dieses hässliche Word blinkte nun schon 10 Minuten auf dem matt grünen Display auf. Fuck!

    Liam griff sich das Contollerpad der Sensorphalanx und gab den reboot Befehl ein, dann halt auf die harte Tour. Eile war geboten, hier in einem Pathfinder III Schützenpanzer hatte er weniger zu befürchten, aber draußen 300 Meter westwärts lagen zwei Züge der EUROFOR und lieferten sich ein Gefecht mit einer unbekannten Anzahl Tangos. Manche Querschläger hörte man sogar hier....und die Jungs brauchten dringend Hilfe.

    *boot complete*

    Endlich! Liam kalibrierte die Sensoren ein weiteres mal

    *Signal........*

    *Connection complete*

    Zack da war's. Der OSC ( Observing-Sensor-Cluster) Prototyp war wieder online.

    Schlagartig füllten blaue und Rote Symbole die Taktische Karte.

    Nur Sekundenbruchteile Später hatte die Luftunterstützung alle Daten die sie benötigte.

    8,6 Sekunden später versank die Hügelkuppe 631 im Feuersturm.


    Das Tor des Außenpostens schloss sich hinter dem Konvoi.

    Liam packe seine

    Weiterlesen